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ApuleiusLucius, auch Lucius Appuleius,
(um 125 n.Chr. bis etwa 180 n.Chr.), römischer Philosoph, Rhetor und
Schriftsteller. Er war ein Anhänger der Sophisten. Mit seinem Roman
Metamorphoses (um 170, Metamorphosen) schuf er ein herausragendes Beispiel
für seinen rhetorischen Stil, der hochpoetische und umgangssprachliche
Elemente miteinander verknüpft.
Apuleius wurde in Madaura (Numidien, dem heutigen Algerien) geboren
und studierte nach dem Besuch einer angesehenen Schule für Literatur
in Karthago in Athen Philosophie. Danach unternahm Apuleius ausgedehnte
Reisen und ließ sich um 150 in Rom nieder, um als Jurist zu arbeiten.
Dem Vorwurf, die Liebe seiner Frau durch Zauberei erlangt zu haben, begegnete
er später mit seiner Apologia, einer redegewandten und erfolgreichen
Rechtfertigung seines Verhaltens. Apuleius' Hauptwerk ist der Roman Metamorphoses
(um 170, Metamorphosen), eine in lateinischer Sprache verfasste Liebesgeschichte
in elf Büchern. Er wird von Augustinus als Der goldene Esel zitiert.
In den Roman eingearbeitet ist eine Reihe von Novellen, deren berühmteste
das Märchen von Amor und Psyche ist (Metamorphosen 4,28 bis 6,24).
Die Hauptperson des Romans, Lucius, wird versehentlich durch Zauberei in
einen Esel verwandelt und erlangt erst durch den erlösenden Eingriff
der ägyptischen Göttin Isis seine menschliche Gestalt wieder.
Metamorphoses wird häufig als Satire auf die Laster jener Zeit und
als mögliches Sinnbild des menschlichen Lebens angesehen. Das Werk
übte beträchtlichen Einfluss auf das Schaffen späterer Schriftsteller
wie Johann Jakob Christoffel von Grimmelshausen, Giovanni Boccaccio und
Henry Fielding aus. Apuleius besaß das außergewöhnliche
Talent, Einzelheiten genau und lebendig zu beschreiben, und seine Geschichten
geben ein äußerst realistisches Bild seiner Zeit ab.
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