Bottom

Phaedrus

lat. Fabeldichter des frühen 1. Jhs. n. Chr.
Phaedrus, der nur aus seinen eigenen Dichtungen heraus bekannt ist, stammte aus Makedonien, von wo aus er als Kind nach Rom gebracht wurde. Er ist ein Freigelassener des Augustus (Augusti libertus). Die Anfänge seiner schriftstellerischen Tätigkeit sind wohl zur Zeit des Augustus anzusetzen. Seine fünf Bücher "Fabulae Aesopiae", von denen nur Bruchstücke erhalten sind, waren die erste Sammlung von Fabeln in der lateinischen Literatur; den aus dem Griechischen überkommenen Themen fügt er Schwänke, Anekdoten und satirische Anspielungen auf seine eigene Zeit hinzu. Durch die dichterische Form (iambischer Senar) und die Schlichtheit der Sprache sucht er Volkstümlichkeit zu wahren; das Moralisieren treibt er schulmäßig. Wegen einer vermeintlichen, in den Fabeln begangenen Verleumdung, wird er unter Tiberius angeklagt, darf aber weiterhin schriftstellerisch tätig sein. Im Altertum hat Phaedrus sich keiner großen Beliebtheit erfreut; er wird erst ungefähr 400 n. Chr. wieder namentlich genannt.

Liber I
Prologus
Aesopus auctor quam materiam repperit,
hanc ego polivi versibus senariis.
duplex libelli dos est: quod risum movet,
et quod prudenti vitam consilio monet.
calumniari si quis autem voluerit,
quod arbores loquantur, non tantum ferae,
fictis iocari nos meminerit fabulis.

Liber III
Prologus
Nunc, fabularum cur sit inventum genus,
brevi docebo. servitus obnoxia,
quia, quae volebat, non audebat dicere,
affectus proprios in fabellas transtulit
calumniaque fictis elusit iocis.


Top    Autoren