Plautus, Titus Maccius(um 250-184 v. Chr.), römischer Komödiendichter, der bei den Römern sehr beliebt war und die europäische Bühnenliteratur in der Zeit nach der Renaissance stark beeinflußt hat. Mit Cato und Terenz gehört er zu den bedeutendsten Dichtern der römischen Vorklassik. Plautus wurde in Sarsina in Umbrien geboren. Als Jugendlicher soll er nach Rom gegangen sein, wo er sich seinen Lebensunterhalt mit verschiedenen Tätigkeiten am Theater verdiente und sich bald als Komödiendichter etablierte. Von den 100 Komödien, die ihm zugeschrieben werden, sind jedoch nur noch 20 vollständig und die Vidularia unvollständig erhalten. Fast alle stammen aus den letzten 20 Jahren seines Lebens. Plautus’ Komödien sind nach dem Vorbild der Werke von Menanders, Philemons, Diphilus’ und anderer Autoren der griechischen „neuen Komödie" entstanden. Plautus fügte zahlreiche lokale Anspielungen hinzu und führte die Elemente Gesang und Tanz ein (der Dialog nahm nur etwa ein Drittel des gesamten Stückes ein). Mit seinem ausgeprägten Sinn für Humor und seiner Beherrschung des umgangssprachlichen Lateins schuf er äußerst bühnenwirksame Farcen, die oftmals amüsanter waren als die Stücke der griechischen neuen Komödie. Im Handlungsverlauf kommt es aufgrund von Betrügereien oder Verwechslungen gewöhnlich zu turbulenten Verwicklungen. Die Charaktere entsprechen ihren Vorbildern aus den griechischen Komödien, so tauchen häufig Typen wie Schmarotzer, Kuppler oder prahlerische Krieger auf. Plautus’ Komödien zeigen sowohl in ihrem Inhalt als auch in ihren Charakteren Vielfalt und Erfindungsgeist und reichen von der mythologischen Parodie (Amphitruo) bis zur Romanze (Rudens), von der Verwechslungskomödie (Menaechmi) bis zum Charakterstück (Aulularia) und von der Posse (Casina) und Farce bis zur vollendeten Komödie (Captivi und Trinummus). |