Properzeigentlich Sextus Propertius (um 50 bis ca. 16 v. Chr.), römischer Dichter, geboren in Assisi. Nachdem er in Rom Rechtswissenschaft studiert hatte, wandte er sich dem Schreiben von Elegien zu, sein bevorzugtes Motiv war die sinnliche Liebe. Inspiriert wurde er dazu von seiner Mätresse Hostia, die er mit dem Decknamen Cynthia belegte. Cynthia, das erste Buch der Elegiarum Libri IV (Vier Bücher Elegien), das um 25 v. Chr. entstand, spricht fast ausschließlich von seiner Liebe zu ihr und seinen leidenschaftlichen Gefühlsregungen, die zwischen taumelnder Begeisterung und tiefer Verzweiflung schwanken. Diese Dichtung brachte dem Autor von Anfang an die Anerkennung, Unterstützung und Freundschaft des Dichterkreises um Maecenas. Vergil gehörte zu den von Properz am meisten bewunderten Dichtern. Den Einfluß des alexandrinischen Dichters Kallimachos lassen vor allem die mythologischen Anspielungen und der anspruchsvolle Stil in seiner eigenen Dichtung erkennen. Das zweite und dritte Buch elegischer Dichtungen enthält vor allem Liebes- und Preisgedichte, insbesondere auf Augustus. Im vierten Buch befaßte sich Properz mit verschiedenen Themen, u. a. auch mit den römischen Gründungssagen. Properz ist der wichtigste Vertreter der römischen Elegiendichtung. Sein Ruhm hielt bis zum Ende der Antike an. Nachdem er im Mittelalter in Vergessenheit geraten war, erlangte er in der Neuzeit erneut an Bedeutung. Seine Wirkung ist bei Goethe (Römische Elegien) und noch im 20. Jahrhundert bei Ezra Pound spürbar (Homage to Sextus Propertius). |