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Quintilian

eigentlich Marcus Fabius Quintilianus (um 35 bis etwa 96 n. Chr.). Der römische Rhetoriker wurde in Calagurris (dem heutigen Calahorra in Spanien) geboren. Er wurde in Rom erzogen und ausgebildet, wo er zuerst als Anwalt tätig war und ab 68 als Redner und staatlicher Rhetoriklehrer großes Ansehen genoß. Einer seiner Schüler war der römische Redner Plinius der Jüngere. Nach zwanzig Jahren Anwalts- und Lehrtätigkeit legte er sein Amt nieder, um sich dem Schreiben zu widmen. In der Neuzeit ist er vor allem durch sein großes, zwölfbändiges Werk, die Institutio Oratoria (entstanden um 90, veröffentlicht wahrscheinlich 95 n. Chr., gedruckt 1470; deutsch: Lehrbuch der schönen Wissenschaften in Prosa, 1775-1777, auch: Unterricht in der Beredsamkeit, 1927 bzw. Ausbildung des Redners, 1972-1975) bekannt. In den ersten beiden Büchern behandelte Quintilian die zeitgenössische, römische Grundausbildung und diskutierte Methoden zur rhetorischen Früherziehung. Die folgenden neun Bücher sind den Grundlagen und Techniken der Rede gewidmet. Am bedeutendsten ist das zehnte Buch, in dem das Lesen als wichtiger Bestandteil der Rednerausbildung vorgestellt wird und das einen vielgerühmten Überblick über griechische und römische Schriftsteller enthält. Im letzten Buch wird eine Charakter- und Verhaltensstudie des idealen Redners entworfen. Das Werk zeichnet sich durch seinen klaren, der Sprache Ciceros zugewandten Stil aus und wurde vor allem für die humanistischen Erziehungstheorien während der Renaissance von Bedeutung.


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